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Donnerstag, 20. Januar 2011

Die Qual der Wahl!


Begründung für die Auswahl eines Autorenwerkzeuges (siehe Post „Rapid-Larynx-Learning“)

Die Konzeption medialer Lernangebote sollte sich in der Regel an einem Bildungsproblem orientieren (Kerres 2001, S. 85). Das hier vorliegende Bildungsproblem war zunächst mein ureigenes: Ich hatte die Aufgabe und die Intention, neue Werkzeuge kennen zu lernen und auszuprobieren. Dies ist bereits der erste Grund für die Auswahl von zwei Werkzeugen (CoboCards und HotPot), die ich zuvor nicht kannte.

In dem von mir angenommen Szenario gibt es aber auch Aspekte, die diese Auswahl begründen.
Die Lerner meines Arragements stehen vor dem (Bildungs-)Problem, Begriffe auswendig lernen zu müssen, inklusive ihrer Übersetzung und kontextuellen Bedeutung. Zunächst habe ich mir selbst die Frage gestellt: Wie habe ich das immer gemacht? Wie haben Kolleginnen und Kollegen in meinem Umfeld Solcherlei erfolgreich gelernt? Da das Lernen mit Karteikarten in diesem Kontext recht verbreitet ist, wählte ich das Tool „CoboCards“. Damit biete ich Lernenden ein bereist bekanntes Prinzip an, welches aber in neuem technischen Gewand daher kommt, nämlich online.
Hier liegt also eine technische Sichtweise des Medieneinsatzes vor, indem ich eine neue Software-Lösung erproben möchte (Kerres 2001, S. 86). Zugleich besteht aber auch eine psychologische Sichtweise, da hier die kognitive Funktion des Mediums in meine Begründung einfließt und die Intention der Steuerung bzw. Regelung des Lernprozesses zugrunde liegt (Kerres 2001, S. 87). Eine ökonomische Sichtweise stand bei der Auswahl nicht im Vordergrund, jedoch handelt es sich durchweg um kostenlose Tools, so dass auch dieser Aspekt als Begründung in Frage käme. Durch die Verbindung des Karteikarten-Lernens, der Lernerfolgskontrolle und der weiterführenden Informationen entsteht ein innovatives Lernarrangement, welches die mediendidaktische Sichtweise deutlich macht (Kerres 2001, S. 89).

Die ausgesuchten Werkzeuge unterstützen Lernende in ihrem selbst gesteuerten Lernprozess. Sie ergänzen damit den personalen Unterricht im Sinne eines enrichment (Kerres 2001, S. 90), d.h. sie reichern den Unterricht an. Die Gefahr des Sprachlaboreffektes ist in diesem Arragement nicht zu befürchten, da Lernende hier mit Medien unterstützt werden, die sie in anderer Form (z.B. selbst hergestellte Karteikarten) evtl. ohnehin benutzt hätten. Das angebotene Medium stellt eine deutliche Erleichterung des Lernprozesses dar (Karten müssen nicht mehr gebastelt werden…), so dass die Nutzung durch Lernende sehr wahrscheinlich ist. Es mag aber kritisch hinterfragt werden, ob nicht gerade der Prozess der eigenen Herstellung solcher Medien einen wichtigen Beitrag zum Lernerfolg geleistet hätte. In diesem Falle könnte man die Methode variieren, indem Lernende die Aufgabe bekommen, Kartensätze mit Hilfe des Tools „CoboCards“ zu erstellen und ihren Mitschülern zur Verfügung zu stellen.

Die hier gegebene Darstellung von Lerninhalten in symbolischer und auch bildhafter Form (Kerres 2001, S. 95) dient der didaktischen Funktion der Wissenspräsentation sowie der Wissensvermittlung (Kerres 2001, S. 94). Die Neuartigkeit der Lernmethode kann zudem einen motivierenden Effekt haben (Kerres 2001, 97), welches ebenfalls eine didaktische Funktion darstellt.
Schließlich ermöglicht das eingesetzte Medium auch einen Einsatz im sozialen Lernumfeld, da mit der Möglichkeit des Ausdruckens der Materialien (sogar in Form einer „Bastelvorlage“) auch interaktive Lernabläufe denkbar sind, z.B. das Abfragen f2f.

Zusammenfassend hat mich mein eigenes Bildungsproblem also zu einem virtuellen Szenario geführt, in welchem ich zahlreiche Auswahlkriterien zugrunde legen konnte und so zu einer begründeten Entscheidung für den Medieneinsatz in diesem Szenario kam.

Zeichen (ohne Leerzeichen): 3.176

Literatur:
Kerres, M. (2001) Multimediale und telemediale Lernumgebungen. München: Oldenbourg.

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